Inhaltlich geprüft und verantwortlich: Frank Willeke
Am 25. Oktober 2026 bekommt Buxtehude einen neuen frauenORT: Er erinnert an Nina Zober, Kulturmanagerin, Theatergründerin und Netzwerkerin. Ihr Name ist eng mit einer kleinen Bühne verbunden, die für die Kulturszene der Stadt weit mehr war als nur ein Veranstaltungsort.
Eine Bühne aus eigener Initiative
Nina Zober-Menneking wurde 1973 geboren und starb 2010 in Buxtehude. Nach Angaben der Hansestadt gründete sie im Januar 2001 das „A Cappella“, das später auch als Theater im Hinterhof bekannt wurde. Sie baute ein Netzwerk mit Künstlern aus dem In- und Ausland auf, gab neuen Stimmen eine Bühne und engagierte sich auch über Buxtehude hinaus für die Interessen von Künstlern und Theatermachern.
Gerade darin liegt ein Teil ihrer besonderen Bedeutung für Buxtehude: Kultur entstand bei ihr nicht nur durch große Institutionen, sondern durch Eigeninitiative, persönliche Kontakte und den Mut, einen eigenen Ort zu schaffen.
Warum Buxtehude an Nina Zober erinnert
Das niedersächsische Projekt frauenORTE macht Lebenswege historischer Frauen an den Orten sichtbar, an denen sie gewirkt haben. Nina Zober wird nun Teil dieses landesweiten Netzes. Der neue frauenORT wird am 25. Oktober im Stadtteil Altkloster eröffnet.
Die Würdigung fällt mit einer weiteren Initiative zusammen: Im Buxtehude Museum zeigt das Gleichstellungsbüro eine Pop-up-Ausstellung über sieben Frauen, die das gesellschaftliche, kulturelle und politische Leben der Stadt geprägt haben. Neben Nina Zober werden Margarete Lühmann, Franziska von Oldershausen, Ingeborg Küster, Lina Meyer, Lisa Peters und Sybille Bruns-Decker vorgestellt.
Kleine Kulturorte können eine große Wirkung haben
Die Geschichte von Nina Zober passt auch deshalb zu NOIO, weil sie zeigt, wie wichtig kleine Kulturorte für eine Stadt sein können. Nicht jede prägende kulturelle Entwicklung beginnt auf einer großen Bühne. Oft sind es kleinere Häuser, Hinterhöfe, Vereine und persönliche Netzwerke, die einer lokalen Szene erst Raum geben.
Dass Buxtehude ihr nun einen eigenen frauenORT widmet, ist deshalb mehr als eine Erinnerung an eine einzelne Person. Es ist auch eine Erinnerung daran, dass kulturelles Leben häufig dort entsteht, wo Menschen selbst anfangen, Räume zu schaffen.
Ausstellung im Buxtehude Museum
Die Ausstellung „Bedeutende Frauen der Stadtgeschichte“ beginnt am 25. Oktober 2026. Nach Angaben des Buxtehude Museums soll sie die Biografien der vorgestellten Frauen wieder stärker ins kollektive Gedächtnis rufen und zugleich zur Diskussion über die Rolle von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kultur anregen.
NOIO wird die Eröffnung des frauenORTs weiter beobachten.
Quellen: Buxtehude Museum, frauenORTE Niedersachsen, Unterlagen der Hansestadt Buxtehude zur Stadtgeschichte.