Inhaltlich geprüft und verantwortlich: Frank Willeke
Ein leerer Laden ist zunächst nur ein Problem. Er kann aber auch ein Raum sein, in dem etwas Neues ausprobiert wird. Genau das hat Stade mit dem Kultur-Pop-Up versucht.
Von der Hökerstraße in die Goos
Seit Juli 2025 nutzten regionale Kunst- und Kulturschaffende zunächst Räume in der Hökerstraße. Nach Angaben von STADE Marketing beteiligten sich dort insgesamt 19 Kunstschaffende mit Ausstellungen, Workshops und offenen Formaten.
Das Besondere: Die Zwischennutzung blieb nicht folgenlos. Für den früheren Standort wurde anschließend eine dauerhafte gewerbliche Nutzung gefunden. Das Projekt zog im April 2026 weiter in die Goos 4.
Atelier, Werkstatt und kleine Bühne zugleich
Am neuen Standort sollte der Kultur-Pop-Up bewusst mehr sein als eine klassische Galerie. Vorgesehen waren Ateliers, Schreibwerkstätten, Kreativbüros, offene Werkstätten, temporäre Ausstellungen, kleine Konzerte und Performances.
Damit verband das Projekt zwei Themen, die für viele Innenstädte wichtig geworden sind: den Umgang mit Leerständen und die Frage, wie lokale Kultur sichtbarer werden kann.
Warum Zwischennutzung funktionieren kann
Zwischennutzungen lösen strukturellen Leerstand nicht automatisch. Sie können aber verhindern, dass Räume über längere Zeit vollständig aus dem Stadtleben verschwinden. Gleichzeitig erhalten Künstler und kleine Initiativen Flächen, die sie auf dem regulären Immobilienmarkt oft nur schwer finanzieren könnten.
Im Fall des ersten Stader Standorts kam ein weiterer Effekt hinzu: Die temporäre Nutzung ging in eine dauerhafte Nachnutzung über. Genau darin liegt die interessanteste Frage für die Stadtentwicklung: Kann eine zeitlich begrenzte kulturelle Nutzung helfen, Standorte wieder sichtbar und attraktiv zu machen?
Kleine Kultur als Teil einer lebendigen Innenstadt
Für NOIO ist das Projekt auch deshalb interessant, weil lokale Kultur nicht nur aus großen Veranstaltungen besteht. Kleine Ausstellungen, Workshops, Ateliers und spontane Auftritte können eine Innenstadt beleben, ohne dass dafür jedes Mal ein großes Veranstaltungsbudget nötig ist.
Der Kultur-Pop-Up in der Goos war bis Ende August 2026 angelegt. Auch wenn dieses konkrete Kapitel abgeschlossen ist, bleibt die Grundidee aktuell: Leerstand nicht nur verwalten, sondern zeitweise als Raum für Kultur und Begegnung nutzen.
Quellen: STADE Marketing – Aus Leerstand wird Perspektive, Kultur-Pop-Up Stade.